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Infos über das Waldviertel

Einen herzlichen Gruß von mir an dich! Auf dieser Seite findest du einige Informationen zum Waldviertel, die ich für interessant und wichtig halte, wenn es um das Thema Wandern geht. Dabei habe ich mir vorgestellt, ich wäre ein Besucher dieser Seite. Zahlreiche Fragen sind aufgetaucht: Was ist das Waldviertel überhaupt? Wo liegt es? Wie groß ist es? Wie sieht es mit Geologie, Klima und Wetter aus? Welche Berge gibt es, welche Flüsse oder besondere Gegenden innerhalb des Waldviertels? Wie ist das Waldviertel nach Bezirken eingeteilt? Und so weiter. Diese Seite verändert sich immer wieder, wird erweitert, verlängert, vergrößert. Der ständige Wandel des Lebens zeigt sich auch hier. Wenn du Interesse hast, lade ich dich ein, immer wieder mal vorbei zu schauen.

 

"Wo wir sind, ist oben" lautet ein Werbespruch des Waldviertel Tourismus. Gemeint ist damit (unter anderem) der Norden Österreichs, wo
sich das Waldviertel befindet. Eine Karte des Waldviertels findest du, wenn du auf das Foto oben links klickst. Eine Karte von Niederösterreich findest du, wenn du auf das Foto oben rechts klickst.

Der nördlichste Punkt Österreichs
Ganz oben von oben, der nördlichste Punkt Österreichs also, der gleichzeitig auch der nördlichste Punkt des Bundeslandes Niederösterreich ist, befindet sich in der Ortschaft Rottal, Gemeinde Haugschlag im Bezirk Gmünd. Es ist ein schöner, stiller Platz im Wald an einem Bach, unspektakulär und dadurch gleichzeitig zutiefst waldviertlerisch. Weil es an diesem Platz ruhig ist, bisweilen so still, dass außer dem leichten Plätschern des Baches und den Geräuschen des Waldes nichts zu hören ist. Wer dort einige Minuten an einem schönen Frühlingstag beispielsweise verweilt und seine Sinne öffnet, kann ein Gefühl der Naturverbundenheit und Geborgenheit spüren, die ihn daran erinnert, dass er oder sie ein Teil der Schöpfung ist. Solche Plätze sind rar geworden. Im Waldviertel gibt es sie noch.

 


Die Waldviertler Berge
Oben im Sinne von hoch liegt der nördlichste Punkt Österreichs 479 Meter (m) über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt im Waldviertel kann mit 1063 m aufwarten und liegt auf der Oberseite eines Granitfelsens auf dem Tischberg nordwestlich der Ortschaft Karlstift. In dieser Ecke befinden sich noch weitere 1000er des Waldviertels, es sind der Aichelberg bzw. Eichelberg (1054 m), der Ahornstein (1019 m), der Nebelstein (1017 m), Gattringerberg (1016 m), Binderberg (1015 m), der Jägerberg (1004 m), Sepplberg (1004 m), der Bärenstein (1003 m) und der Höllberg (1000 m).

Die zweite Gegend mit Bergen höher als 1000 Meter ist die Region Ysper- und Weitental im südlichen Waldviertel. Der großartige Ostrong mit dem höchsten Punkt Großer Peilstein erhebt sich dort mit 1061 m und beansprucht damit den Rang des zweithöchsten Berges des Waldviertels für sich. Von diesem Punkt aus betrachtet auf der anderen (westlichen Seite) des Yspertals befinden sich der Burgsteinberg (1013 m) und der Hochwaad (1017 m). Nördlich des Ostrong zwischen den Ortschaften Laimbach am Ostrong und Gutenbrunn befindet sich eine 1022 m hohe Erhebung mit dem außergewöhnlichen Namen "Ochsenstrauß". Westlich von Gutenbrunn misst der Zwettlstein 1016 m. Noch weiter westlich davon ragt der Berg Brand 1030 m in den Himmel. Nördlich von Gutenbrunn gibt es dann noch den Großen Höllberg mit 1001 m. Südwestlich der Ortschaft Bärnkopf befindet sich der bekannte Weinsberg ((1041 m). Der sogenannte Dreiblöchlberg ist kein Berg sondern ein Platz im Wald mit der Höhe von 1000 Metern. Nicht weit von diesem ragt noch der "Bucherlberg" (1022 m) nach oben. Schließlich ist noch der Hirschberg direkt bei Bärnkopf mit 1010 m zu nennen.

Verglichen mit den höchsten Spitzen der Alpenrepublik, angeführt vom Großglockner mit 3798 m, mag das möglicherweise bescheiden wirken. Aber: Was den Österreicherinnen und Österreichern ihre Dreitausender sind den Waldviertlerinnen und Waldviertlern ihre Tausender!

 

Der Name Waldviertel ist heutzutage eine reine Landschaftsbezeichnung für die Region im Norden Österreichs. Rechtliche Grundlagen dafür gibt es seit dem Jahr 1868 nicht mehr, als die Viertel in Niederösterreich durch die politischen Bezirke ersetzt wurden. Vor der Bezeichnung "Waldviertel" war die Region als "Viertel ober dem Manhartsberg" bekannt.

Das Waldviertel befindet sich im Nordwesten des Bundeslandes Niederösterreich dar. Sein nördliches Ende stellt die Staatsgrenze zur Tschechischen Republik dar, im Osten grenzt es an das Weinviertel, im Süden ist die Donau zwischen Krems und der Ortschaft Ysperdorf, Gemeinde Hofamt Priel, Bezirk Melk die Begrenzung. Die Westgrenze sind das oberösterreichische Mühlviertel und die Tschechische Republik.

Die Fläche des Waldviertels
Die Gesamtfläche von 4.837 Quadratkilometer (km2). ist auf sechs Bezirke aufgeteilt: Gmünd, Horn, Krems-Land, Melk (alle Gemeinden nördlich der Donau), Waidhofen/Thaya und Zwettl. Was die Fläche betrifft ist Zwettl der größte Bezirk mit 1.399 km2 (Stand: 1.1.2019). Gmünd umfasst 787 km2, Horn ist 784 km2 groß. Dann kommt der Bezirk Krems-Land (ohne die sechs Gemeinden, die nicht zum Waldviertel zählen) mit einer Fläche von 767 km2. Waidhofen an der Thaya ist 669 km2 groß. Am kleinsten sind die zum Bezirk Melk zählenden 15 Gemeinden, die sich nördlich der Donau befinden mit einer Gesamtfläche von 431 km2. Insgesamt gibt es 119 Gemeinden im Waldviertel.

 


Granit- und Gneishochland, Böhmische Masse
In Österreich gibt es überblicksmäßig betrachtet drei Naturräume: Die österreichischen Alpen, die Vorländer und randalpinen Becken sowie das Granit- und Gneishochland (auch als Granit- und Gneisplateau bezeichnet), zu dem das Waldviertel zählt. Geologisch ist das Granit- und Gneishochland Österreichs Anteil an der sogenannten "Böhmischen Masse" (auch als Böhmisches Massiv bezeichnet.) Dabei handelt es sich um ein stark erodiertes Rumpfgebirge aus dem Erdaltertum (Paläozoikum), dessen Zentrum das Staatsgebiets der Tschechischen Republik ausmacht mit angrenzenden Gebieten in Österreich - eben dem Waldviertel (in Oberösterreich das Mühlviertel) - Deutschland und Polen.

Die Weite des Waldviertels
Wie der Name schon sagt, ist das Granit- und Gneishochland ein aus Graniten und Gneisen aufgebautes Hochland. Mit Hochland - ich finde die Bezeichnung Hochplateau besser - ist die für das Waldviertel typische Mittelgebirgslandschaft mit den weiten Hochflächen, sanft gewellten Kuppen und Bergrücken mit einer Durchschnittshöhe von um die 750 m gemeint. Durchzogen wird die Rumpffläche von zum Teil tief in den Erdboden eingeschnittenen Flusstälern beispielsweise des Kamp, der Thaya oder der Großen Krems. Es ist diese landschaftliche Besonderheit, die die so faszinierende Weite des Waldviertels ausmacht, die mich und viele andere Menschen immer wieder sehr beeindruckt. "Waldviertler Hochland" ist übrigens der Name einer im Südwesten gelegenen Waldviertler Kleinregion mit den Gemeinden Altmelon, Arbesbach, Groß Gerungs, Langschlag und Rapottenstein.

Granit und Gneis
Granite sind vereinfacht gesagt grobkristalline Tiefengesteine mit hohen Anteilen an Quarz und Feldspaten, außerdem auch Mineralen, davon hauptsächlich Glimmer. Sie entstehen durch Verhärtung von flüssigem Gestein (Magma) unter der Erdoberfläche. Durch Verwitterungsprozesse kann Granit durch horizontal und vertikal verlaufende Klüfte in Blöcke zerlegt werden, was bei vielen der Granitsteinen im Waldviertel zu sehen ist und sie so besonders macht.
Gneis entsteht durch die Umwandlung (Metamorphose) von Gestein unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen statt. Auch Gneis hat einen hohen Anteil von Quarz.

 

Klima und Wetter
Der Volksmund weiß aus der historischen Überlieferung über das Klima und Wetter im Waldviertel zu berichten, dass es "neun Monate Winter und drei Monate kalt" ist. Das klingt nicht sehr einladend und entspricht so auch tatsächlich nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten. Schon gar nicht in der aktuellen Phase des Klimawandels, der im Waldviertel - von Klimaexperten prognostiziert - eine Erwärmung bringen wird.

Ursprünglich ist das Waldviertel durch ein sogenanntes "kontinental geprägtes Hochlandklima" gekennzeichnet. Vereinfacht gesagt bedeutet das Sommer mit vorwiegend warmen, wenig heißen Tagen sowie kühlen Nächten. Die Niederschläge sind gering und zeigen sich vor allem als Gewitterregen. Die Winter sind kalt und rau, mit viel Sonne und hohen Niederschlagsmengen in Form von Schnee. Wenn die Sonne zu sehen ist, kann es sehr kalt sein. Oft ist die Sonne im Winter allerdings durch den für das Waldviertel so typischen Hochnebel verdeckt. Frühfröste (im Herbst) und Spätfröste (im Frühling) sind typisch. Die Häufigkeit von Wind ist das ganze Jahr über hoch. Auch Nebel entsteht oft, hauptsächlich im Herbst bis in den Frühling hinein. Typisch für kontinental geprägtes Klima sind außerdem auch über das Jahr verteilte große Temperaturschwankungen.
Das kontinental geprägte Hochlandklima im Waldviertel geht im Westen (Weinsberger Wald) in ein atlantisch geprägtes Hochlandklima mit höheren Niederschlagsmengen und im Osten (Unteres Kamptal und Manhartsberg) zum trockeneren pannonischen Klima über.

 

Flüsse

Bäche und Flüsse sind zahlreich im Waldviertel. Die bedeutendsten weil schönsten bzw. beeindruckendsten und vor allem für Wanderer interessant sind meiner Meinung nach die Thaya, der Kamp, die Lainsitz, die Kleine und Große Krems, die Ysper und die Taffa.

Die Thaya hat zwei Quellflüsse. Die "Deutsche Thaya" entspringt nahe der Ortschaft Schweiggers (Bezirk Zwettl). Die "Mährische Thaya" entspringt auf dem Staatsgebiet der Tschechischen Republik im Gebiet der Böhmisch-Mährischen Höhe. In der Ortschaft Raabs/Thaya (Bezirk Waidhofen/Thaya vereinigen sich die beiden Flüsse und heißen von dort weg "Thaya". Der Fluss ist ab hier bis zur Mündung 235,4 Kilometer (km) lang. Sie ist ein Nebenfluss der March, in die sie östlich von Hohenau an der March (Bezirk Gänserndorf, Weinviertel) mündet.
Der Name Thaya leitet sich vermutlich vom ostgermanischen Wort "Duhja" ab, das übersetzt "Schlamm" oder "Sumpf" bedeutet. Das passt gut, denn die Thaya ist meistens ein seichter Fluss mit tiefem, schlammigem Boden.
Zahlreiche lässige Wanderungen befinden sich an der Thaya. Seit 1974 existiert der interessante Weitwanderweg "Thayatalweg Nr. 630" (Vom Nebelstein nach Retz) der auf den meisten Etappen dem Flusslauf folgt. Eine Besonderheit sind auch die Wanderwege im Nationalpark Thayatal bei Hardegg im Osten des Waldviertels.

Der Kamp fließt 153 km lang durch das Waldviertel, bis er nahe der Ortschaft Altenwörth (Gemeinde Kirchberg am Wagram, Bezirk Tulln) in die Donau mündet. Die Quelle des Kamp befindet sich an der niederösterreichisch-oberösterreichischen Grenze im Weinsberger Wald im westlichen Waldviertel auf 920 Meter Seehöhe. Im Oberlauf wird der Kamp auch "Großer Kamp" genannt. Mit einem Einzugsgebiet von 1.753 km2 ist er das größte Fließgewässer des Waldviertels. Der "Kleine Kamp" oder "Ritterkamp" ist ein Quellbach, der bei Rappottenstein in den Großen Kamp mündet. Der "Purzelkamp" mündet beim Stausee Ottenstein in den (dort aufgestauten) Kamp. Der Begriff "Kamp" ist vermutlich keltischen Ursprungs und geht auf das Wort "kamb" zurück, das sich mit "krumm" übersetzen lässt. Auch das passt gut, denn der Kamp mäandert oder "krümmt" sich mit zahlreichen Flusschlingen gewissermaßen durch das Waldviertel.
Auch der Kamp mit seinen verschiedenen Gesichtern lässt sich bei zahlreichen schönen Wandertouren kennenlernen.

Die Lainsitz befindet sich nördlich der Europäischen Wasserscheide, die sich durch das Waldviertel zieht und entwässert im Gegensatz zu allen anderen Flüssen im österreichischen Norden über die Moldau und Elbe in die Nordsee. Sie ist zirka 200 km lang, 40 davon befinden sich im Waldviertel, der Großteil in der Tschechischen Republik. Die Quelle der Lainsitz befindet sich nahe der Ortschaft Karlstift (Gemeinde Bad Großpertholz, Bezirk Gmünd) im westlichen Waldviertel. Die Lainsitz fließt durch Weitra und Gmünd. Die Lainsitzniederung in Gmünd ist ein besonderer Naturraum. Seit dem Jahr 2014 existiert der 230 km lange grenzüberschreitende Weitwanderweg "Der Weg entlang der Lainsitz".

Unweit der Ortschaft Albrechtsberg an der Großen Krems (Bezirk Krems-Land) im südlichen Waldviertel in einem einzigartigen Flusstal - dem Grand Canyon des Waldviertels - vereinigen sich die beiden Flüsse
Große Krems und Kleine Krems zur Krems. Für mich ist dieser Abschnitt das schönste und beeindruckendste Flusstal des Waldviertels. Hier befinden sich einige Höhlen, darunter auch die berühmte Gudenushöhle, aufgrund von archäologischen Funden nachgewiesener Wohnort von Menschen der Steinzeit.
Der Weitwanderweg "Kremstalweg 625" verbindet die Flusstäler der Großen Krems und der Kleinen Krems.

Die weit über die Grenzen des Waldviertels hinaus bekannte "Ysperklamm" ist ein landschaftliches Gustostücken der besonderen Art im südlichen Waldviertel. Geschaffen hat sie die
(Große) Ysper die nordöstlich vom Weinsberg im Weinsberger Wald entspringt.

Die Taffa ist ein Nebenfluss des Kamp im Horner Becken. Der Name "Taffa" leitet sich vermutlich vom slawischen Wort "Dabina" ab, was soviel bedeutet wie "Schluchtbach", eine äußerst treffende Bezeichnung auf das Aussehen des Taffatals direkt bei der Bezirkshauptstadt Horn. Bei Rosenburg mündet die Taffa in den Kamp.

 

Mühlen und Wehre

Eine Besonderheit der Waldviertler Flusslandschaften sind die unzähligen Wehre, die an jedem Fluss zu finden sind. Eine Wehr war Teil einer Stauanlage eines Flusses, meistens in Verbindung mit einer Mühle. In der Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte des Waldviertels waren Mühlen über viele Jahrhunderte sehr bedeutend. Hunderte davon gab es. Wenige Mühlen die das Mahlen von Getreide nach wie vor ausüben sind dem Waldviertel geblieben, viele Mühlen sind verfallen oder zerstört worden. Viele auch zu Privathäusern umfunktioniert worden. Überall geblieben sind die Wehre. Egal wo, wer an den Waldviertler Flüssen wandert, begegnet ihnen.

 

Teiche und Seen

Ebenfalls untrennbar mit dem Waldviertel verbunden sind Teiche. Seit Jahrhunderten bis zum heutigen Tag wird Teichwirtschaft für Fischzucht betrieben. Deshalb gibt es über das ganze Waldviertel verteilt, stark konzentriert in den Bezirken Gmünd und Waidhofen/Thaya, Teiche. Die meisten von ihnen dienen nach wie vor ausschließlich der Fischzucht, einige laden im Sommer zum Baden ein.
Die drei großen Seen des Waldviertels - der Ottensteiner Stausee, der Stausee Dobra und der Thurnberger Stausee - sind in den 1950er Jahren durch den Bau von drei Staukraftwerken am Kamp entstanden. Vor allem der Ottensteiner See hat auch für Wanderer einen besonderen Reiz, die Gegend wird auch gerne als "Skandinavien des Waldviertels" bezeichnet.

 

Die unterschiedlichen Gesichter des Waldviertels
Seit meiner ersten Wanderung im Waldviertel fasziniert und erstaunt mich die Unterschiedlichkeit der Regionen im Norden Österreichs. Ich nenne das die unterschiedlichen Gesichter des Waldviertels. Waldviertel ist nicht gleich Waldviertel. Es kommt ganz darauf an, wo du dich befindest. Die Vielfalt ist herrlich! Ich genieße sie bei jeder Wanderung.

Copyright der Texte und Fotos: Schacherl